E-Mail-Marketing ist einer der effizientesten Marketing-Kanäle überhaupt: Du hast volle Kontrolle darüber, was du deinen Kund*innen schickst, hast keine zusätzlichen Werbekosten und kannst die E-Mails mit Automatisierungen so personalisieren, dass deine Kund*innen das Gefühl haben, du hättest sie nur für sie geschrieben.
In diesem Leitfaden zeigen wir dir, wie du E-Mail-Marketing nutzen kannst, um die Kundenbindung zu stärken und den Customer Lifetime Value zu steigern – von den Tools für eine DSGVO-konforme Anmeldung über die vier zentralen Lifecycle-Flows bis hin zu den Kennzahlen, an denen du den Erfolg wirklich ablesen kannst. Egal, ob du gerade erst mit E-Mail-Marketing startest oder eine bestehende Strategie überarbeiten willst: Am Ende dieses Artikels weißt du, welche Flows du zuerst brauchst, wie du sie aufsetzt und woran du erkennst, ob sie tatsächlich Umsatz bringen.
Was ist E-Mail-Marketing und warum solltest du es nutzen?
E-Mail-Marketing bezeichnet den gezielten Versand von Nachrichten an Menschen, die einer Kontaktaufnahme per E-Mail zugestimmt haben – von der Willkommensmail nach der Newsletter-Anmeldung bis zur Rabattaktion vor Weihnachten. Für D2C-Marken in Deutschland ist der Kanal deshalb so wertvoll, weil er im Gegensatz zu Social Media oder bezahlter Werbung auf einer eigenen, dauerhaften Verbindung zur Zielgruppe basiert: der E-Mail-Adresse.
Durch gut geplante E-Mails kannst du deine Abonnent*innen und Kund*innen dauerhaft an dich binden. Und genau hier liegt der große Vorteil: Laut McKinsey braucht ein Unternehmen im Schnitt drei neue Kund*innen, um den Wert einer verlorenen Kundenbeziehung auszugleichen, und rund 80 % des Wachstums von Top-Performern stammt aus zusätzlichem Umsatz mit Bestandskund*innen. E-Commerce-Unternehmen sollten also alles daransetzen, ihre Bestandskund*innen zu pflegen und Neukund*innen in Bestandskund*innen zu verwandeln. Genau das können E-Mails: E-Mail-Marketing entfaltet seine Wirkung nicht durch einzelne gute Kampagnen, sondern durch ein Netz an automatisierten, personalisierten Nachrichten, die zum richtigen Zeitpunkt im Customer Lifecycle ankommen und dafür sorgen, dass deine Marke top of mind ist. Das gilt besonders im E-Commerce: Hier ist die E-Mail-Adresse oft der erste First-Party-Datenpunkt, den du von einer Person bekommst – oft bevor überhaupt ein Kauf stattfindet.
Bevor wir tiefer einsteigen, lohnt sich eine kurze Einordnung: Nicht jede E-Mail ist eine Marketing-E-Mail. Transaktions-E-Mails wie Bestellbestätigungen, Versandbenachrichtigungen oder Rechnungen sind für die Abwicklung eines Kaufs notwendig und unterliegen anderen rechtlichen Voraussetzungen als Marketing-E-Mails wie Newsletter oder Kampagnen. Für Letztere brauchst du eine ausdrückliche Einwilligung.
E-Mail-Marketing-Kampagnen vs. -Flows
Im E-Mail-Marketing gibt es zwei grundsätzlich unterschiedliche Versandarten:
- Kampagnen sind einmalige, manuell geplante E-Mails an eine Zielgruppe – zum Beispiel: ein monatlicher Newsletter mit Produktneuheiten, eine Black-Friday-Ankündigung, eine Einladung zum digitalen Adventskalender.
- Flows sind dauerhaft aktive, automatisierte E-Mail-Sequenzen, die durch das Verhalten einer Person ausgelöst werden – zum Beispiel eine Willkommensmail nach der Newsletter-Anmeldung, eine Erinnerung an die Produkte im Warenkorb, eine Post-Purchase-Serie mit Cross-Selling-Vorschlägen nach dem Kauf.

Im Artikel zu den E-Mail-Marketing-Benchmarks 2026 hat Klaviyo beide E-Mail-Marketing-Versandarten von über 183.000 Marken in Sachen Performance verglichen:
Kennzahl | Kampagnen | Flows |
Öffnungsrate | 31 % | 32,2 % |
Klickrate | 1,69 % | 5,58 % |
Bestellrate | 0,16 % | 2,11 % |
Anteil am Sendevolumen | ~94,7 % | 5,3 % |
Anteil am E-Mail-Umsatz | ~59 % | ~41 % |
Der Unterschied macht sich in den Zahlen deutlich bemerkbar: Flow-E-Mails erzielen eine 3-mal höhere Klickrate als Kampagnen und eine 13-mal höhere Bestellrate. Noch bemerkenswerter: Flows generierten fast 41 % des gesamten E-Mail-Umsatzes, obwohl sie nur 5,3 % aller versendeten E-Mails ausmachten. Für Marken, die ihr E-Mail-Marketing gerade aufbauen oder optimieren wollen, heißt das also, dass Flows den größeren Impact haben und priorisiert werden sollten.
Kampagnen bleiben trotzdem ein wichtiges Marketing-Tool. Für saisonale Momente wie Black Friday, Ostern oder Weihnachten und für Produktlaunches oder kurzfristige Rabattaktionen sind sie unverzichtbar, weil sie sich flexibel an aktuelle Ereignisse anpassen lassen. Ein neuer Duft in der Kollektion, ein zeitlich begrenzter Rabattcode, ein Live-Event – all das lässt sich nicht sinnvoll automatisieren, weil der Inhalt jedes Mal ein anderer ist.
Eine gut durchdachte E-Mail-Marketing-Strategie kombiniert deshalb beides: Flows als verlässliches, automatisiertes Fundament und Kampagnen als punktuelle Verstärkung zu den richtigen Momenten im Jahr. In der Praxis bedeutet das meist, zuerst die vier wichtigsten Flows aus dem nächsten Abschnitt aufzusetzen und den Kampagnen-Kalender erst danach zu planen. Die wichtigsten saisonalen Termine haben wir für dich im E-Mail-Marketing-Kalender gesammelt.
DSGVO-konformer Listenaufbau als Grundlage für E-Mail-Marketing
Hinweis: Diese Informationen dienen ausschließlich zur Orientierung und stellen keine Rechtsberatung dar. Wir empfehlen, dich bei der Umsetzung DSGVO-konformer Prozesse rechtlich beraten zu lassen.
Bevor du deine ersten Flows und Kampagnen bauen kannst, solltest du sicherstellen, dass dein E-Mail-Marketing auch wirklich DSGVO-konform ist.
Die zwei wichtigsten Best Practices sind:
- Double-Opt-in-Verfahren für die Newsletter-Anmeldung
- Abmeldelink in jeder E-Mail
Wie genau funktioniert das Double-Opt-in-Verfahren?
- Eine interessierte Person meldet sich über ein Anmeldeformular für deinen Newsletter an.
- Sie erhält eine automatisierte Bestätigungsmail.
- Mit dem Klick auf den Bestätigungslink bestätigt sie, dass sie erstens Inhaber*in der E-Mail-Adresse ist und zweitens tatsächlich Marketing-E-Mails erhalten möchte.
Mehr Infos zu diesem Thema und eine konkrete Schritt-für-Schritt-Anleitung findest du im Artikel „Opt-in und Opt-out: DSGVO-konforme E-Mail-Marketing-Verfahren einfach erklärt“.
Wir empfehlen außerdem, die Details zur Einwilligung zu dokumentieren: über welches Formular, mit welcher Methode und zu welchem Zeitpunkt jemand zugestimmt hat. So kannst du bei Bedarf jederzeit nachweisen, dass eine Einwilligung vorliegt. Bei Klaviyo sind diese Informationen automatisch im Kundenprofil gespeichert.

Ist Klaviyo DSGVO-konform?
Viele weitere Infos darüber, wie Klaviyo die technischen Voraussetzungen für DSGVO-Compliance liefert, findest du in unserem Artikel „Ist Klaviyo DSGVO-konform? Der Leitfaden“.
Double Opt-in und Zustellbarkeit
Das DSGVO-konforme Anmeldeverfahren ist kein juristisches Pflichtprogramm, das getrennt vom eigentlichen Marketing läuft, sondern ein Mechanismus, der auch deine Zustellbarkeit direkt beeinflusst.
Wenn Kontakte per Double-Opt-in bestätigen, dass sie deine E-Mails wirklich erhalten wollen, landen deine Nachrichten häufiger im Posteingang statt im Spam-Ordner. E-Mail-Anbieter wie GMX, Web.de oder Gmail werten unter anderem aus, wie oft E-Mails geöffnet, angeklickt oder als Spam markiert werden. Eine Liste voller unbestätigter oder desinteressierter Adressen schadet also nicht nur der DSGVO-Konformität, sondern auch der Zustellbarkeit für alle künftigen Kampagnen und Flows.
Weitere konkrete Empfehlungen zur Umsetzung findest du in unseren Best Practices für E-Mail-Marketing.
Die vier wichtigsten Flows im E-Mail-Marketing
Jede D2C-Marke durchläuft mit ihren Kund*innen im Grunde die gleichen vier Phasen der Customer Journey:
- der erste Kontakt
- der erste Kauf
- der nächste Kauf
- die Phase, in der es still wird
Für jeden dieser Momente lässt sich ein automatisierter Flow bauen, der durch einen bestimmten Auslöser automatisch gestartet wird. Um die Flows zu planen, musst du folgende Fragen beantworten:
- Was löst den Flow aus?
- Was soll der Flow erreichen?
- Wie viel Zeit vergeht bis zur nächsten Nachricht?
- Unter welcher Bedingung wird jemand aus dem Flow entfernt?
Der Vorteil dieser verhaltensbasierten Auslöser gegenüber einem festen Versandplan: Ein Flow reagiert in Echtzeit auf das, was eine Person tatsächlich tut. Wer heute kauft, bekommt die Post-Purchase-Serie. Wer seit drei Monaten nicht mehr aktiv war, bekommt die Rückgewinnungs-Serie. Beides läuft parallel und unabhängig voneinander, ohne dass du jeden Tag manuell eingreifen musst.
Flow | Customer-Journey-Zeitpunkt | Fachbegriff | Auslöser | Ziel des Flows |
Welcome-Flow | der erste Kontakt | Awareness / Consideration | Anmeldung zum Newsletter | Vertrauen aufbauen und eine erste Beziehung zur Marke schaffen, zum Kauf inspirieren |
Warenkorbabbruch-Flow | der erste Kauf | Conversion | Produkt landet im Warenkorb, Kauf wird nicht abgeschlossen | Entgangenen Umsatz durch gezielte Erinnerung zurückgewinnen |
Post-Purchase-Flow | der nächste Kauf | Retention | abgeschlossener Kauf | Zufriedenheit sichern und Nachbestellung oder Zusatzkäufe fördern |
Rückgewinnungs-Flow | die Phase, in der es still wird | Win-back / Churn-Prävention | längerer Zeitraum ohne Kaufaktivität (meist 60–90 Tage) | Inaktive Kontakte reaktivieren und sonst verlorenen Umsatz zurückholen |
Welcome-Flow
Der Welcome-Flow ist die erste automatisierte Berührung nach der Newsletter-Anmeldung und damit auch die E-Mail mit der höchsten Aufmerksamkeit, die eine Marke je bekommt, weil das Interesse zu diesem Zeitpunkt besonders hoch ist.
- Auslöser: Anmeldung zum Newsletter
- Timing: Die erste E-Mail wird meist sofort oder wenige Minuten nach der Anmeldung gesendet, gefolgt von zwei bis vier weiteren E-Mails über die nächsten Tage.
- Bedingung: Der Flow endet, sobald ein Kauf stattfindet, damit die Willkommensserie nicht parallel zu Post-Purchase-Inhalten läuft.
Wie viel in einem gut gebauten Welcome-Flow steckt, zeigt More Nutrition: Die Marke hat ihre Willkommensserie auf Basis eines strukturierten Customer-Journey-Audits neu aufgebaut und die Inhalte gezielt auf das ausgerichtet, was neue Abonnent*innen in dieser Phase tatsächlich brauchen, statt eine generische Sequenz zu verschicken. Das Ergebnis: 302 % mehr Bestellungen aus dem Welcome-Flow. Alle Details findest du in der Erfolgsstory von More Nutrition.

Wie genau ein guter Welcome-Flow aussieht, wie viele E-Mails er enthalten sollte und was du noch beachten musst, erfährst du in unserem Artikel „Willkommensmail erstellen: So baust du einen erfolgreichen Welcome-Flow“. Dort nehmen wir den Welcome-Flow der Fitness-Marke Shape Republic genau unter die Lupe.
Warenkorbabbruch-Flow
Fast 70 % aller Warenkörbe schaffen es nicht zum Kaufabschluss – das zeigt eine Auswertung des Baymard Institute aus 41 Studien. Kaum ein anderer Moment im E-Mail-Marketing bietet also mehr ungenutztes Umsatzpotenzial als der Warenkorbabbruch, und kaum einer lässt sich mit einer einzigen automatisierten E-Mail so direkt adressieren.
- Auslöser: Ein Produkt landet im Warenkorb, der Kauf wird aber nicht abgeschlossen.
- Timing: Die erste Erinnerung folgt meist ein bis vier Stunden nach dem Abbruch, danach folgen ein bis zwei weitere Touchpoints über 24 bis 72 Stunden.
- Bedingung: Der Flow stoppt sofort, sobald der Kauf abgeschlossen wird.
Ein häufiger Fehler bei diesem Flow: zu schnell mit einem Rabatt einzusteigen. Oft reicht in der ersten E-Mail eine einfache Erinnerung mit Produktbild und direktem Link zum Warenkorb. Der Rabatt oder ein anderer Anreiz kommt idealerweise erst in der zweiten oder dritten E-Mail, wenn die einfache Erinnerung nicht gewirkt hat.
Ein naher Verwandter des Warenkorbabbruch-Flows ist der Browse-Abandonment-Flow. Hierbei handelt es sich um eine Automatisierung, die ausgelöst wird, wenn jemand eine Produktseite mehrfach öffnet, es allerdings nicht in den Warenkorb legt.

Wie genau du einen Warenkorbabbruch-Flow erstellst, erfährst du in unserem Help-Center-Artikel. Der erste Schritt dafür ist die Integration deiner Shopping-Plattform (wie z. B. Shopify) mit deinem E-Mail-Marketing-Tool. Idealerweise nutzt du ein B2C CRM wie Klaviyo, das alle Kundendaten an einem Ort speichert und entsprechend leicht für automatisierte Flows genutzt werden kann.
Post-Purchase-Flow
Wenn ein erfolgreicher Kauf stattgefunden hat, heißt es noch lange nicht, dass dein E-Mail-Marketing jetzt aufhört. Zu Beginn dieses Artikels hast du bereits erfahren, wie wichtig Bestandskund*innen für dein Geschäft sind. Hier gilt es nun, die richtige Balance zu finden und E-Mails zu verschicken, die auch für deine Kund*innen einen echten Mehrwert bieten – beispielsweise Pflegehinweise, Erinnerungen zur Nachbestellung oder praktische Produktergänzungen.
- Auslöser: Ein abgeschlossener Kauf
- Timing: Die erste informative E-Mail (Bestellbestätigung ausgenommen) folgt meist einige Tage nach Lieferung, um Feedback einzuholen oder passende Zusatzprodukte zu zeigen, danach folgen Cross-Selling-Vorschläge auf Basis des Kaufs.
- Bedingung: Inhalte variieren je nach gekaufter Produktkategorie.
Die deutsche Beauty-Marke PhiAcademy hat nach der Zusammenführung der Kundendaten über die Klaviyo-Shopware-Integration automatisierte, personalisierte Post-Purchase- und Cross-Selling-Flows in fünf Sprachen aufgebaut, die auf dem tatsächlichen Kaufverhalten basieren. Automatisierte E-Mail-Marketing-Flows generieren mittlerweile 45 % des gesamten E-Mail-Umsatzes der Marke. Der Cross-Selling-Flow „Golden Ratio Divider" konvertiert allein mit 14,3 %. Alle Details findest du in der Erfolgsstory von PhiAcademy.
Konkrete Umsetzungsideen für Post-Purchase-Flows liefert der Artikel zu Cross-Selling nach dem Kauf.

Wichtig für die Ausrichtung dieses Flows: Was nach dem Kauf sinnvoll ist, hängt stark vom Produkt ab. Bei einem Verbrauchsgut wie Kaffee oder Supplements lohnt sich eine E-Mail mit einer Erinnerung zur Nachbestellung nach der erwarteten Verbrauchsdauer. Bei einem langlebigen Produkt wie einer Jacke ist eher eine Bewertungsanfrage oder ein passendes Pflegeprodukt der bessere nächste Schritt.
Rückgewinnungs-Flow
In einer perfekten Welt würden all deine Neukund*innen automatisch zu Bestandskund*innen werden, die monatlich bei dir shoppen. Das entspricht allerdings meistens nicht der Realität. Es ist vollkommen normal, dass Kund*innen irgendwann inaktiv werden. Um sie effizient zurückzuholen und deine Marke wieder top of mind zu platzieren, kannst du einen Rückgewinnungs-Flow nutzen.
- Auslöser: Ein längerer Zeitraum ohne Kaufaktivität, meist 60 bis 90 Tage.
- Timing: Eine erste Reaktivierungs-E-Mail, gefolgt von einem stärkeren Anreiz wie einem Rabatt, falls keine Reaktion erfolgt.
- Bedingung: Der Flow endet mit einem Kauf oder nach einer festgelegten Anzahl an Versuchen, damit inaktive Kontakte nicht dauerhaft bespielt werden.
Praxisbeispiel: Die Food-Marke Oatsome hat ihren Rückgewinnungs-Flow um WhatsApp als zusätzlichen Kanal erweitert und dabei eine Öffnungsrate von 50 % sowie eine WhatsApp-Conversion-Rate von 4,2 % erzielt. Der Umsatz aus dem Flow hat sich verdoppelt und der durchschnittliche Bestellwert stieg um 12 %. Alle Details findest du in der Erfolgsstory von Oatsome.
Alles, was du zum Thema Rückgewinnungs-Flows wissen musst, findest du in unserem Artikel „Kundenrückgewinnung: 8 Strategien für eine erfolgreiche Reaktivierung“
Segmentierung im E-Mail-Marketing: das Fundament hinter jedem guten Flow
Jeder automatisierte Flow im E-Mail-Marketing ist nur so gut wie die Segmentierung dahinter. Ohne sauber definierte, verhaltensbasierte Segmente laufen Welcome-, Post-Purchase- und Rückgewinnungs-Flows Gefahr, alle Kontakte gleich zu behandeln, obwohl sich Neukund*innen, Vielkäufer*innen und inaktive Abonnent*innen in völlig unterschiedlichen Phasen befinden.
Segmentierung bedeutet, deine Liste anhand von Verhalten, Interessen oder Kaufhistorie in kleinere Gruppen zu unterteilen, um jede Gruppe mit relevanteren Inhalten anzusprechen als eine pauschale Aussendung an alle. Segmentierungen können relativ allgemein sein (z. B. „hat in den letzten 30 Tagen gekauft") oder auch spezifisch (z. B. „hat dreimal eine bestimmte Produktkategorie angesehen, aber noch nichts gekauft").
Für den Einstieg reichen meist wenige Segmente:
- aktive Käufer*innen
- Vielkäufer*innen
- inaktive Kontakte
- Personen, die sich zwar angemeldet, aber noch nie gekauft haben
Mit der Zeit lohnt es sich, diese Segmente weiter zu verfeinern, etwa nach bevorzugter Produktkategorie oder Preissegment, damit auch Kampagnen zu saisonalen Momenten gezielter ausgespielt werden können.
Jean&Len zeigt eindrücklich, wie viel in diesem Ansatz steckt: Die Marke erfasst Produktinteresse und Browsing-Verhalten bereits ab dem ersten Kontakt einer Person, lange bevor überhaupt ein Kauf stattfindet, und segmentiert Leads basierend auf ihrem Engagement. Die durchschnittliche Öffnungsrate stieg dadurch um 185 %. Alle Details dazu findest du in der Erfolgsstory von Jean&Len.
Das Beispiel macht deutlich: Segmentierung ist kein Nice-to-Have, sondern die Grundlage, auf der jeder einzelne Flow in diesem Leitfaden aufbaut. Mehr zur konkreten Umsetzung erfährst du in unserem Artikel zu E-Mail-Segmentierung. Im Artikel zur Kundensegmentierung erfährst du außerdem, wie du fortschrittliche Segmentierungstaktiken wie RFM-Segmentierung und prädiktive Segmentierungen einsetzen kannst, um einerseits die komplette Kaufhistorie einzubeziehen und andererseits frühzeitig zu erkennen, wenn Kund*innen ein erhöhtes Churn-Risiko haben.
E-Mail-Marketing-Kennzahlen im Überblick
Um sicherzustellen, dass deine Flows tatsächlich funktionieren, brauchst du für jede Lifecycle-Phase die passenden Kennzahlen. Ein pauschaler Blick auf die durchschnittliche Öffnungsrate reicht nicht, weil sich die Erwartungswerte von Phase zu Phase stark unterscheiden: Eine Willkommens-E-Mail wird naturgemäß deutlich häufiger geöffnet als eine Rückgewinnungsmail an inaktive Kontakte.
Lifecycle-Phase | Worauf du achten solltest |
Welcome-Flow | Öffnungsrate, Klickrate, Zeit bis zum ersten Kauf, Umsatz pro E-Mail |
Warenkorbabbruch-Flow | Recovery-Rate (abgeschlossene Käufe nach Erinnerung), Umsatz pro E-Mail |
Post-Purchase-Flow | Cross-Sell-Conversion-Rate, Wiederkaufrate, Bewertungsquote, Umsatz pro E-Mail |
Rückgewinnungs-Flow | Reaktivierungsrate, Umsatz pro reaktiviertem Kontakt |
Als Referenzpunkt für den Gesamtvergleich zwischen Kampagnen und Flows lohnt sich noch einmal ein Blick auf die Klaviyo-Benchmarks 2026: Mit einer 3-mal höheren Klickrate und einer 13-mal höheren Bestellrate gegenüber Kampagnen setzen Flows die Messlatte, an der sich jede einzelne Lifecycle-Phase messen lassen sollte. Mehr Details und branchenspezifische Zahlen findest du in den E-Mail-Marketing-Benchmarks.
Für einen noch genaueren Blick auf Vergleichswerte je Lifecycle-Phase lohnt sich außerdem der Omnichannel-Benchmark-Bericht von Klaviyo, der Öffnungs-, Klick- und Conversion-Raten für die wichtigsten Momente der Customer Journey aufschlüsselt.
Ein praktischer Tipp zum Umgang mit diesen Zahlen: Vergleiche jeden Flow immer mit sich selbst im Laufe der Zeit, nicht nur mit branchenweiten Durchschnittswerten. Benchmarks helfen dabei, grobe Ausreißer zu erkennen, aber die aussagekräftigste Referenz ist meistens die eigene Performance im Vormonat oder Vorquartal. Wenn du etwas in deinem Flow veränderst, empfiehlt es sich außerdem, einen A/B-Test durchzuführen, um die Performance im Vergleich zum alten Flow richtig beurteilen zu können.
E-Mail-Marketing im Omnichannel-Mix
Die verhaltensbasierte Auslöser-Logik, die wir in den vier Flows besprochen haben, ist nicht nur auf E-Mails anwendbar. SMS, WhatsApp und Push-Benachrichtigungen sind zusätzliche Kanäle, die innerhalb derselben Flows eingesetzt werden können – vor allem bei hoher Kaufabsicht, Zeitdruck oder wenn eine E-Mail schlicht nicht gelesen wurde.
Idealerweise berücksichtigst du diese Kanäle direkt beim Listenaufbau und sammelst für sie ebenfalls Einwilligungen. Bei Klaviyo werden alle Einwilligungen direkt im Kundenprofil gespeichert. So kannst du später zielgerichtet segmentieren und vermeidest, Nachrichten an Kontakte zu schicken, die für den jeweiligen Kanal keine Einwilligung erteilt haben. So bist du nicht nur rechtlich auf der sicheren Seite, sondern hast saubere Listen, die du direkt für deine Automatisierungen nutzen kannst.
Kanal | Typischer Einsatz im Lifecycle |
Basis-Kanal für alle vier Flows, ausführliche Inhalte, Produktempfehlungen | |
SMS | Zeitkritische Momente wie Warenkorbabbruch, Versandbenachrichtigungen |
Persönlicher Ton, Reaktivierung, Kundenservice-nahe Kommunikation, interaktive Formate | |
Push-Benachrichtigungen | App-Nutzer*innen, kurzfristige Erinnerungen |
The Female Company liefert ein gutes Beispiel für dieses Zusammenspiel: Die Marke hat ihr E-Mail-Marketing von Anfang an mit Flows über den gesamten Lifecycle aufgebaut, von Welcome über Post-Purchase und Cross-Selling bis zur Rückgewinnung, und 2024 gezielt SMS als zweiten Touchpoint für besonders kaufbereite Momente wie den Warenkorbabbruch ergänzt. 2025 kamen bereits 45 % des Klaviyo zugeschriebenen Umsatzes aus automatisierten Flows, der SMS-getriebene Post-Purchase-Umsatz stieg in der zweiten Jahreshälfte um 50 %, und die Marke erreichte einen globalen Klaviyo-ROI von 111x. Alle weiteren Details findest du in der Erfolgsstory von The Female Company.

Wie priorisierst du, welcher Zusatzkanal sich für deine Marke zuerst lohnt? Ein guter Ausgangspunkt ist der Warenkorbabbruch-Flow, weil hier die Kaufabsicht am höchsten ist und ein zweiter, schnellerer Kanal wie SMS oder WhatsApp den größten unmittelbaren Effekt auf die Recovery-Rate hat. Erst danach lohnt es sich, weitere Kanäle in die anderen drei Flows zu integrieren.
Mehr zu den einzelnen Kanälen findest du in unseren Leitfäden zu WhatsApp-Marketing und zur Omnichannel-Marketing-Strategie insgesamt. Insider-Tipp: Eine tolle Gelegenheit, Einwilligungen für WhatsApp einzuholen, ist ein WhatsApp-Adventskalender.
In 8 Schritten zum eigenen E-Mail-Marketing-System
Die Grundvoraussetzung für strategisches E-Mail-Marketing ist ein CRM-Tool, das eine Integration mit deiner Shopping-Plattform erlaubt, Kundendaten praktisch an einem Ort speichert und über E-Mail-Funktionen verfügt.
- Wähle ein CRM mit integriertem E-Mail-Marketing. Achte darauf, dass Kaufhistorie, Klickverhalten und Einwilligungen an einem Ort zusammenlaufen, statt auf mehrere separate Tools verteilt zu sein.
- Migriere deine Kontakte. Übertrage bestehende Listen sauber, inklusive vorhandener Einwilligungsnachweise, damit du bei einem Wechsel keine Historie verlierst.
- Verbinde deinen Onlineshop. Erst mit angebundenem Shop-System stehen dir Kauf- und Verhaltensdaten für Flow-Auslöser zur Verfügung, etwa für den Warenkorbabbruch- oder Post-Purchase-Flow.
- Baue den Double-Opt-in-Flow auf. Erstelle ein Anmeldeformular und richte die Automatisierung so ein, dass Marketing-E-Mails ausschließlich an Kontakte gehen, die aktiv zugestimmt haben.
- Erstelle deinen Welcome-Flow. Nutze dafür fertige Vorlagen für E-Mail-Marketing, statt bei null anzufangen, und passe sie an Tonalität und Branding deiner Marke an. Lesetipp: „Newsletter-Design: Best Practices, Schritt-für-Schritt-Anleitung & Beispiele“
- Baue die anderen drei Flows auf. Warenkorbabbruch, Post-Purchase und Rückgewinnung folgen demselben Prinzip wie der Welcome-Flow, nur dass der Auslöser ein anderer ist.
- Plane Kampagnen für saisonale Momente. Black Friday, Ostern, Weihnachten und weitere saisonale Events verdienen einen eigenen E-Mail-Marketing-Kalender, der die Flows sinnvoll mit Kampagnen ergänzt.
- Optimiere deine Flows und Kampagnen. Nutze KI für E-Mail-Marketing, um Betreffzeilen, Versandzeitpunkte und Inhalte fortlaufend zu verbessern, und behalte die E-Mail-Marketing-Kennzahlen im Auge. Mit Klaviyo Analytics hast du vorgefertigte Dashboards, individuelle Reports und Branchen-Benchmarks direkt an einem Ort.
E-Mail-Marketing als Teil eines einheitlichen B2C CRM
Die vier Flows, die Segmentierung und die DSGVO-konforme Listenpflege, die wir in diesem Leitfaden aufgeführt haben, funktionieren am besten als Teil einer einzigen Plattform, die Kaufhistorie, Klickverhalten und Einwilligungen an einem Ort zusammenführt. Genau das ist die Idee hinter einem B2C CRM: eine zentrale Datenplattform, auf der Segmentierung, automatisierte Flows und Kampagnen über E-Mail, SMS, WhatsApp und Push-Benachrichtigungen basieren. Wir empfehlen, E-Mail-Marketing von Anfang an als Teil dieser größeren CRM-Strategie zu behandeln, statt als isolierten Kanal.
Klaviyo ist für E-Commerce-Marken das ideale CRM- und E-Mail-Marketing-Tool, weil es folgende Funktionen bietet:
- Eine zentrale Kundendatenbank: Kaufhistorie, Klickverhalten, Einwilligungen und Support-Interaktionen laufen in einem Profil zusammen, statt über mehrere Tools verstreut zu sein.
- Automatisierte Flows für den gesamten Lifecycle: Welcome-, Warenkorbabbruch-, Post-Purchase- und Winback-Flows reagieren in Echtzeit auf das Verhalten einzelner Kund*innen.
- Echte Omnichannel-Kommunikation: E-Mail, SMS, WhatsApp und Push-Benachrichtigungen laufen über dieselbe Plattform und dieselben Daten, sodass Botschaften über alle Kanäle konsistent bleiben.
- Granulare Segmentierung: Segmente lassen sich nach Verhalten, Kaufhistorie oder Engagement bilden und aktualisieren sich automatisch, sobald sich das Verhalten einer Person ändert.
- Integrierte Analytics und Benchmarks: Vorgefertigte Dashboards und Branchen-Benchmarks zeigen direkt in Klaviyo, wie Flows und Kampagnen performen.
- KI-gestützte Optimierung: Von Betreffzeilen-Vorschlägen bis zu vorhergesagtem Bestellzeitpunkt und Abwanderungsrisiko unterstützt Klaviyo AI datenbasierte Entscheidungen im gesamten Funnel.
Melde dich jetzt kostenlos bei Klaviyo an und baue dein E-Mail-Marketing mit automatisierten Flows strategisch auf.
Häufige Fragen
Wie viel kostet E-Mail-Marketing?
Die Kosten hängen vom gewählten CRM und der Kontaktanzahl ab. Anbieter wie Klaviyo staffeln die Preise meist nach Listengröße und bieten kostenlose Einstiegspakete für kleine Kontaktzahlen. So kannst du zunächst in die Funktionen reinschnuppern und die ersten Flows aufsetzen. Sobald dein Business mehr als 250 Kund*innen hat, kannst du dann zu einem kostenpflichtigen Paket upgraden.
Wie automatisiert man E-Mail-Marketing?
E-Mail-Marketing kannst du über Flows automatisieren, die automatisch auf das Verhalten einzelner Kontakte reagieren – zum Beispiel auf eine Newsletter-Anmeldung, einen Warenkorbabbruch oder einen Kauf. Die vier vorgestellten Flows aus diesem Leitfaden decken die wichtigsten Momente im Lifecycle ab.
Wie erstellt man eine E-Mail-Marketing-Strategie?
Eine solide Strategie startet mit DSGVO-konformem Listenaufbau, gefolgt von den vier wichtigsten Flows und sauberer Segmentierung mit einem zusätzlichen Kampagnenkalender für saisonale Momente wie Black Friday oder Weihnachten. Nach und nach kannst du deine Segmentstruktur verfeinern und mehr und mehr automatisierte Flows einrichten.



