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Cross-Selling & Upselling: Umsatz steigern mit gezielten Produktempfehlungen

Profilfoto des Autors/der Autorin Julia Ferch
Julia Ferch
Lesedauer: 22 Min.
Kampagnenstrategie
18. März 2026

Steigende Akquisitionskosten und sinkende Margen? Viele D2C-Brands suchen die Lösung in neuen Kanälen oder höheren Werbebudgets. Dabei liegt ein großer Teil des ungenutzten Umsatzpotenzials bereits in der eigenen Kundenbasis. Cross-Selling und Upselling sind keine neuen Konzepte. Aber viele Marken setzen sie noch nicht ideal ein. Denn eine Produktempfehlung konvertiert nur, wenn sie maximal relevant ist und zum richtigen Zeitpunkt die richtige Person erreicht.

In diesem Artikel erfährst du, an welchen Punkten der Customer Journey Cross-Selling und Upselling wirklich funktionieren, welche Best Practices den Warenkorbwert nachhaltig steigern und wie du mit automatisierten Flows und verhaltensbasierter Segmentierung Empfehlungen gibst, die sich wie echter Service anfühlen – und entsprechend gut performen. Besonders gehen wir dabei auf Cross-Selling ein, weil es sich an mehreren Punkten der Customer Journey einsetzen lässt und damit besonders viele Möglichkeiten bietet, den Warenkorbwert zu steigern.

Cross-Selling mit Klaviyo testen

Was ist Cross-Selling und wie unterscheidet es sich von Upselling?

Cross-Selling kann man wörtlich als Kreuzverkauf oder Querverkauf übersetzen. Konkret geht es darum, Kund*innen gezielt auf Produkte hinzuweisen, die ihr ursprüngliches Kaufinteresse sinnvoll ergänzen. Wer zum Beispiel eine Kaffeemaschine kauft, bekommt den passenden Milchaufschäumer empfohlen. Beim Upselling hingegen geht es nicht um ein Zusatzprodukt, sondern um ein besseres Modell mit höherem Bestellwert: Legt also jemand eine Kaffeemaschine in den Warenkorb, bekommt die Person eine Empfehlung für das höherwertige Modell mit integriertem Milchaufschäumer und Mahlwerk. Beide Ansätze zielen darauf ab, Kund*innen das passende Angebot zum richtigen Zeitpunkt zu machen, statt auf Zwang mehr zu verkaufen. Das funktioniert sowohl direkt im Online-Shop als auch über E-Mail-Marketing für E-Commerce – also überall dort, wo Kund*innen mit deiner Marke in Berührung kommen.

Cross-Selling vs. Upselling: Was ist der Unterschied?

Kurz zusammengefasst erweitert Cross-Selling also den Warenkorb, während Upselling ihn upgradet. Der Unterschied zeigt sich nicht nur im Produkt, sondern auch im Timing und in der Kaufpsychologie dahinter. Cross-Selling funktioniert besonders gut, wenn Kund*innen bereits eine Kaufentscheidung getroffen haben und offen für sinnvolle Ergänzungen sind. Upselling setzt früher an, nämlich bevor die endgültige Entscheidung gefallen ist, und überzeugt mit einem besseren Preis-Leistungs-Verhältnis. Welche Taktik wann am meisten bringt, hängt von der Produktkategorie, dem Kanal und dem Moment in der Customer Journey ab. Die folgende Tabelle gibt dir einen schnellen Überblick.

Cross-Selling

Upselling

Ziel

Ergänzende Produkte verkaufen

Höherwertiges Produkt verkaufen

Produktbeziehung

Komplementär

Upgrade

Typischer Zeitpunkt

Produktseite, Warenkorb, Post-Purchase

Produktseite, Checkout

Beispiel

Hülle zum Smartphone

Smartphone mit besseren Features (wie mehr Speicherplatz)

An welchen Stellen der Customer Journey funktioniert Cross-Selling?

Cross-Selling funktioniert nur, wenn dein Timing stimmt. Eine zu frühe Empfehlung kann sich aufdringlich anfühlen, eine zu späte ignoriert werden. Wir zeigen dir hier die vier wichtigsten Marketing-Momente und was in jedem einzelnen davon wirklich funktioniert.

Cross-Selling auf der Produktseite

Die Produktseite ist der erste Moment im Kaufprozess, an dem Cross-Selling sinnvoll eingesetzt werden kann. Denn an diesem Punkt haben Kund*innen schon ein konkretes Produkt im Blick und sind damit eher offen für passende Ergänzungen. Abschnitte wie „Wird oft zusammen gekauft" sind effektiv und Online-Shopper*innen in Deutschland gut bekannt. Der Kreuzverkauf funktioniert an diesem Punkt, weil die Empfehlung auf echten Kaufmustern und ehrlichem Interesse basiert.

Wichtig ist hier also vor allem die Relevanz. Wenn deine Empfehlung nicht wirklich zum betrachteten Produkt passt, erhöht sich die Absprungrate. Mit den richtigen Produktvorschlägen kannst du hingegen den durchschnittlichen Bestellwert effektiv steigern. Auf der Produktseite geht es dabei weniger um Dringlichkeit als um Entdeckung: Lass deine Kund*innen durch Produkte stöbern, von denen sie vielleicht noch gar nicht wussten, dass sie sie brauchen.

Zwei Beispiele aus dem D2C-Kontext:

  • Ein*e Kund*in kauft einen Rasierer und bekommt die passenden Ersatzklingen empfohlen, die andere Kund*innen regelmäßig dazu bestellen.
  • Jemand legt ein Proteinpulver in den Warenkorb und bekommt einen passenden Shaker oder eine ergänzende Aminosäure als abrundende Empfehlung angezeigt.
Avant Skincare product display featuring multiple luxury skincare items on a beige background, including a moisturizer jar, a starter kit with small tubes and a cosmetic bag, and a blue-toned hyaluronic acid bottle labeled “award winner,” alongside German text reading “Vervollständigen Sie Ihre Routine” (Complete your routine).
Beauty-Marke Avant Skincare präsentiert direkt auf der Produktseite eines Reinigungsgels ergänzende Produkte für die komplette Pflegeroutine

Cross-Selling im Warenkorb

Im Warenkorb hat sich die Kaufentscheidung bereits gefestigt. Deine Kund*innen haben sich für ein Produkt entschieden und sind in diesem Moment besonders offen für sinnvolle Ergänzungen. Damit ist der Warenkorb einer der effektivsten Cross-Selling-Momente in deinem Shop, den du unbedingt ausnutzen solltest.

Damit deine Cross-Selling-Strategie hier funktioniert, müssen deine Empfehlungen ganz klar komplementär und auf den ersten Blick verständlich sein. Auch Produkte, die zu stark vom bisherigen Warenkorbwert abweichen, wirken schnell unverhältnismäßig. Laut Shopify sollte deine Produktempfehlung den Warenkorbwert um nicht mehr als 25 % erhöhen. Denk daran: Der Warenkorb ist der letzte Moment vor dem Checkout – an diesem Punkt wollen deine Kund*innen ihre Transaktion also so unkompliziert wie möglich abschließen. Deine Produktempfehlung sollte also ohne großen Aufwand per Klick hinzufügbar sein und den Warenkorbwert nicht ins Unermessliche steigen lassen.

Shopping cart screen in German titled “Dein Warenkorb” showing free shipping progress, a “Beeren Mix” product priced at €79.99 with quantity controls, and a recommended item “Die Beerenbande” for €9.99 with an “Hinzufügen” (add) button.
Food-Brand Oatsome empfiehlt Kund*innen direkt im Warenkorb das passende Topping zur gewählten Smoothie Bowl – schnell und einfach per Klick hinzufügbar

Cross-Selling im Checkout

Der Checkout ist der sensibelste Moment im Kaufprozess. Empfehlungen können hier den AOV steigern, aber sie können genauso gut Irritationen erzeugen und zum Abbruch führen – genau das möchtest du natürlich vermeiden. Im Zweifel gilt hier: Weniger ist mehr.

Wenn du Cross-Selling im Checkout einsetzt, beschränke dich am besten auf kostengünstige oder logisch notwendige Zusatzprodukte. Geschenkverpackungen, eine Reisegröße des Hauptprodukts oder Batterien für ein elektronisches Gerät funktionieren gut, weil sie keine neue Kaufentscheidung auslösen. Auch hier gilt: ein Klick, fertig.

Cross-Selling nach dem Kauf

Der wohl am häufigsten unterschätzte Cross-Sell-Moment ist direkt nach dem Kauf – dabei ist das Vertrauen deiner Kund*innen genau jetzt besonders groß. Sie haben gerade eine positive Kaufentscheidung getroffen und sind empfänglicher für Folgeempfehlungen als zu jedem früheren Zeitpunkt. Genau diesen Moment nutzt auch PhiAcademy mit automatisierten Post-Purchase-Flows in Klaviyo.

PhiAcademy erreicht mit Cross-Sell-Flows eine Conversion-Rate von 14,3 %

Nach dem Kauf eines Golden Ratio Dividers für die Augenbrauenmodellage bekommen Kund*innen der Beauty-Marke PhiAcademy automatisch Empfehlungen für passende Pigmente und Aftercare-Produkte angezeigt. Die Logik dahinter ist simpel: Hat jemand Produkt A gekauft, braucht diese Person wahrscheinlich auch Produkt B. Der Cross-Selling-Flow für den Golden Ratio Divider erreicht so eine Conversion-Rate von 14,3 % und generiert einen durchschnittlichen Bestellwert von über 500 €. Insgesamt stammen heute 45 % des E-Mail-Umsatzes von PhiAcademy aus automatisierten Flows. Das übertrifft generische „Das könnte dir auch gefallen"-Blöcke deutlich, weil die Marke mit ihren Empfehlungen beweist, dass sie sich bestens mit den Bedürfnissen ihrer Kund*innen auskennt. Mehr dazu liest du in der Erfolgsstory von PhiAcademy.

Eine durchdachte Post-Purchasing-Strategie ist also ein weiterer, effektiver Ansatz für Cross-Selling – mit einem smarten Tool wie Klaviyo kannst du deine E-Mail-Flows automatisieren und für maximalen Cross-Selling-Erfolg skalierbar und personalisiert aufsetzen.

Best Practices für erfolgreiches Cross-Selling

Die richtige Platzierung deiner Empfehlungen ist nur der erste Schritt. Was Cross-Selling erst wirklich erfolgreich macht, ist die richtige Ausführung. Am Ende entscheiden Relevanz, Timing, Datenqualität und kanalübergreifende Koordination darüber, ob deine Produktempfehlungen als hilfreicher Service oder reine Werbung wahrgenommen werden. Mit den folgenden Best Practices kannst du deine Cross-Selling-Strategie effektiv gestalten.

1. Nur empfehlen, was wirklich passt

Das wichtigste Prinzip beim Cross-Selling ist Relevanz. Eine Empfehlung, die nicht zum Kauf passt, fühlt sich für deine Kund*innen wie störende Werbung an – nicht wie ein hilfreiches Angebot. Frag dich deshalb immer, was diese Person als nächstes braucht (und nicht, was du als nächstes verkaufen willst). Beschränke dich außerdem auf maximal zwei bis drei Produktempfehlungen pro Kauf. Zu viele Optionen können Kund*innen schnell überfordern und die Conversion-Rate senken.

Hier sind drei Beispiele für relevante und irrelevante Empfehlungen aus dem D2C-Kontext:

  • Relevanter Cross-Sell: Eine Kundin kauft ein Gesichtsreinigungsgel und bekommt dazu den passenden Toner empfohlen. ✅
  • Relevanter Cross-Sell: Ein Kunde bestellt ein Trainingsband und bekommt eine Gymnastikmatte angezeigt. ✅
  • Irrelevanter Cross-Sell: Eine Kundin kauft ein Lippenpflegeprodukt und bekommt Proteinpulver empfohlen. ❌

2. Den richtigen Moment nutzen

Timing ist keine Nebensache, sondern eine zentrale Entscheidung für deine Cross-Selling-Strategie. Dieselbe Empfehlung kann je nach Zeitpunkt sehr unterschiedlich performen. Eine Post-Purchase-E-Mail, die zwei Tage nach der Lieferung ankommt, fördert Zufriedenheit und Vertrauen. Ein Pop-up im Checkout mit demselben Inhalt erzeugt hingegen Kaufdruck. Vergiss also nie, in welchem Kontext deine Kommunikation stattfindet.

Denk auch daran, dass Cross-Sell-Empfehlungen nicht nur in Post-Purchase-Flows funktionieren. Du kannst sie genauso gut in Browse-Abandonment- und Cart-Abandonment-Flows einbetten. Teste systematisch, welcher Moment für welches Produkt am besten funktioniert, statt einfach den naheliegendsten Zeitpunkt zu wählen. Mit Klaviyo kannst du deine E-Mail-Flows automatisieren und gezielt an den richtigen Punkten der Customer Journey ausrichten.

3. Preislich angemessene Cross-Selling-Produkte wählen

Damit Kund*innen deine Empfehlung für ergänzende Produkte überhaupt in Betracht ziehen, sollten sie auch preislich zum ursprünglichen Kauf passen. Sehr teure Produkte, die stark vom bisherigen Warenkorbwert abweichen, wirken schnell unverhältnismäßig und bremsen die Conversion eher. Als Richtwert gilt: Cross-Selling-Angebote sollten nicht mehr als etwa 25 % des ursprünglichen Warenkorbwerts ausmachen, um gut zu performen. Denn dein Angebot sollte sich wie eine selbstverständliche Ergänzung anfühlen, nicht wie eine zweite große Kaufentscheidung.

4. Kaufanreize gezielt einsetzen

Manchmal brauchen Kund*innen einen kleinen Stupser, damit aus einem verlockenden Angebot auch wirklich eine Conversion wird. Genau den können Kaufanreize geben, wenn sie sich natürlich in die Empfehlung einfügen. Besonders effektiv ist der Schwellenwert für Gratisversand: Wenn deine Kund*innen sehen, dass sie nur noch wenige Euro von kostenlosem Versand entfernt sind, steigt die Motivation, ein passendes Zusatzprodukt in den Warenkorb zu legen und sich dafür die Versandkosten zu sparen.

Der Anreiz sollte dabei auch wieder unbedingt zur Empfehlung passen und nicht wie eine separate Aktion wirken. Zwei Beispiele aus dem D2C-Kontext:

  • „Nur noch 10 € bis zum Gratisversand" kombiniert mit einer passenden Produktempfehlung auf der Warenkorbseite.
  • „Gratisprobe ab einem Bestellwert von 40 €" als Anreiz, ein ergänzendes Produkt hinzuzufügen.
Shopping cart page titled “Einkaufswagen” showing a progress bar for free standard shipping with €4 remaining, two items listed—“Caffa” (red) priced at €45.00 and “Pulcina” (3-cup) priced at €100.00—with quantity controls, plus an optional gift wrapping add-on for €5.00.
Im Warenkorb der Design-Marke Alessi erfahren Kund*innen direkt, wie viel noch bis zum kostenlosen Versand fehlt und können ihren Kauf im selben Atemzug für eine geringe Gebühr als Geschenk verpacken lassen

5. Kaufhistorie und Verhaltensdaten als Grundlage für Empfehlungen nutzen

Die besten Cross-Sell-Empfehlungen ergeben sich nicht aus der Historie gekaufter Produktkategorien – sondern aus Lücken. Denn entscheidend für den Erfolg ist hier, was eine Person noch nicht gekauft hat. „Hat Produkt A gekauft, aber noch nie Produkt B" ist eine viel stärkere Targeting-Grundlage als „interessiert sich für Hautpflege". In Klaviyo kannst du genau solche Segmente aufbauen und gezielt Kund*innen ansprechen, die ein bestimmtes Produkt gekauft haben, aber ein logisch ergänzendes noch nicht. Dieses Segment lässt sich anschließend duplizieren und an beliebig viele Produktkombinationen anpassen. Das macht deine Kundensegmentierung zur eigentlichen Basis deiner Cross-Selling-Strategie. Anschließend kannst du mit der richtigen E-Mail-Segmentierung darauf hinarbeiten, diese Lücken zu schließen. Wie das in der Praxis funktioniert, macht Jean&Len vor.

Jean&Len: 185 % höhere Öffnungsrate durch verhaltensbasierte Segmentierung

Die deutsche Körperpflegemarke Jean&Len verschickte Kampagnen an die gesamte Abonnentenliste, teilweise zweimal pro Woche – und verzeichnete trotzdem sinkende Öffnungsraten und steigende Abmeldungen. Mit Klaviyo und der Shopware-Integration konnte Jean&Len das Surfverhalten der Kund*innen tracken und Tags auf Produkt- und Kategorieebene vergeben. So entstanden präzise Segmente auf Basis echter Kaufinteressen, kombiniert mit einem dreistufigen Engagement-Modell (Gold, Silber, Bronze). Das Ergebnis: Die durchschnittliche Öffnungsrate stieg um 185 % auf 46,5 %, bei gleichzeitigem Wachstum der Abonnentenliste. Alle Details findest du in der Erfolgsstory von Jean&Len.

Wie genau du deine Cross-Selling-Segmente einrichtest, zeigen wir dir Schritt für Schritt in unserem Help Center.

6. Post-Purchase-E-Mails gezielt für Cross-Selling einsetzen

Der Kauf ist abgeschlossen, die Bestellung ist raus. Viele Marken lehnen sich jetzt erst mal zurück. Dabei ist genau das der Moment, in dem Cross-Selling am wenigsten aufdringlich wirkt und am meisten Sinn ergibt. Laut Forrester-Analystin Sucharita Kodali sind Produktempfehlungen im E-Commerce für 10 bis 30 % der Umsätze verantwortlich. Und ein großer Teil davon entsteht nicht auf der Produktseite oder im Warenkorb – sondern nach dem Kauf, wenn Kund*innen sich bereits für deine Produkte entschieden haben. In Klaviyo kannst du Post-Purchase-E-Mails automatisch auslösen, sobald eine Bestellung als versandt markiert wird. Das ist der ideale Zeitpunkt: Die Vorfreude ist groß, die Kaufbereitschaft noch frisch.

Damit diese E-Mails wirklich konvertieren, kommt es auf drei Dinge an:

  • Relevante Produktempfehlungen statt Zufallsauswahl: Nutze Produkt-Feeds in Klaviyo, um dynamisch passende Produkte auf Basis der gekauften SKUs einzublenden. Wer eine Gesichtsmaske gekauft hat, sieht das passende Reinigungsöl, nicht das meistverkaufte Produkt der Woche. Wie du Product Feeds in Klaviyo einrichtest, erfährst du in unserem Help Center.
  • Den richtigen Zeitpunkt im Flow wählen: Schicke die Cross-Selling-E-Mail nicht sofort nach dem Kauf, sondern erst, wenn das Produkt voraussichtlich angekommen ist. So fühlt sich die Empfehlung wie ein sinnvoller nächster Schritt an statt wie ein weiterer Verkaufsversuch. Mit Klaviyo kannst du deine E-Mail-Flows automatisieren und den Versandzeitpunkt präzise steuern.
  • Klare, reduzierte Gestaltung: Eine Post-Purchase-Nachricht mit Fokus auf Cross-Selling braucht keinen langen Einleitungstext. Ein kurzes „Passt gut dazu" mit Produktbild, kurzem Benefit und einem CTA reicht aus.

7. Kanalübergreifende Flows einsetzen

Cross-Selling funktioniert am besten, wenn deine Kanäle nicht unabhängig voneinander immer dieselbe Botschaft wiederholen, sondern sich gegenseitig ergänzen. Der entscheidende Unterschied liegt in der Wenn-dann-Logik: Wenn eine Person auf einem Kanal reagiert, bekommt sie keine erneute Nachricht auf einem anderen Kanal. Wenn jemand nicht reagiert, wird die Kommunikation gezielt weitergeführt. So funktioniert Omnichannel-Marketing in der Praxis.

Ein einfaches Beispiel, wie ein solcher Flow aussehen kann:

  1. Tag 2 nach dem Kauf: Post-Purchase-E-Mail mit passenden Produktempfehlungen
  2. Tag 5, wenn keine Öffnung: Follow-up per SMS-Marketing-Automatisierung mit kurzem Hinweis auf die Empfehlung
  3. Beim nächsten Seitenbesuch: On-Site-Empfehlung basierend auf dem gekauften Produkt

Genau diesen Ansatz verfolgt auch die deutsche Food-Marke Oatsome sehr erfolgreich, um inaktive Kund*innen zurückzugewinnen.

Oatsome verdoppelt Umsatz aus dem Rückgewinnungs-Flow mit kanalübergreifendem Flow

Oatsome setzt auf einen mehrstufigen Flow: Kund*innen, die nicht auf die initiale E-Mail reagieren, erhalten eine WhatsApp-Nachricht. Wer auch dort nicht antwortet, bekommt über eine Integration mit der Deutschen Post eine gedruckte Postkarte mit dem höchsten Rabatt. Jeder Kanal greift nur dann, wenn der vorherige keine Reaktion ausgelöst hat. Durch diese kanalübergreifende Strategie konnte Oatsome den Umsatz aus dem Rückgewinnungs-Flow verdoppeln. Alle Details findest du in derErfolgsstory von Oatsome.

8. KI-gestützte Produktempfehlungen nutzen

Wenn du deine grundlegenden Flows aufgebaut hast, kannst du deine Cross-Selling-Strategie mit KI noch deutlich gezielter machen. Statt Produktkombinationen manuell zu mappen, analysiert die KI die Kaufmuster deiner gesamten Kundenbasis und leitet daraus ab, welches Produkt für welches Profil am wahrscheinlichsten zur Conversion führt – und wann der beste Zeitpunkt für die Empfehlung ist.

In Klaviyo gibt es dafür zwei konkrete Funktionen: den Auslöser „Bestes Cross-Selling-Datum" und den Produktblock „Nächstes passendes Produkt". Der Auslöser startet den Flow automatisch zum vorhergesagten optimalen Zeitpunkt pro Kundenprofil. Der Block befüllt die E-Mail dynamisch mit dem Produkt, das laut KI für diese Person zum jetzigen Zeitpunkt am relevantesten ist. So musst du keine Segmente manuell pflegen oder Produktkombinationen selbst festlegen, sondern kannst auf Basis echter Verhaltensdaten deine KI-gestützte Personalisierung automatisch laufen lassen. Beide Funktionen sind Teil der kostenpflichtigen Advanced Klaviyo Data Platform und bestens geeignet für Marken, die ihre Cross-Selling-Strategie nach Einrichtung der ersten Basis-Flows systematisch skalieren wollen. Wie du diese Funktion einrichtest, erfährst du im Help Center.

9. Ergebnisse messen und Empfehlungen kontinuierlich optimieren

Cross-Selling ist nicht mal eben eingerichtet und läuft dann einfach. Sondern vielmehr handelt es sich um einen fortlaufenden Prozess, der immer wieder optimiert werden sollte. Wenn du regelmäßig entsprechende Metriken trackst, erkennst du früh, welche Empfehlungen funktionieren und wo Potenziale noch ungenutzt bleibt. Mit Marketing Analytics hast du drei für Cross-Selling zentrale Funktionen direkt zur Hand:

  • Kaufmusteranalyse: Zeigt, welche Produkte Kund*innen typischerweise zusammen kaufen und in welcher Reihenfolge. Genau diese Muster sind die Grundlage für präzise Produktkombinationen in deinen Flows.
  • Kohortenanalyse: Gibt dir Einblick, welche Akquisekanäle die Kund*innen mit der höchsten Wiederkaufrate liefern und hilft dir, deine Cross-Selling-Strategie langfristig auf die wertvollsten Segmente auszurichten.
  • RFM-Analyse: Segmentiert Kund*innen automatisch nach Aktualität, Kaufhäufigkeit und Ausgabeverhalten. So erkennst du, welche Segmente das größte Cross-Sell-Potenzial haben und welche Kund*innen drohen abzuwandern, bevor du sie mit einer Empfehlung erreichst.

Zusätzlich sind AOV und Wiederkaufrate wichtige KPIs, die zeigen, ob deine Cross-Selling-Strategie insgesamt funktioniert. Diese trackst du am besten direkt über deine E-Commerce-Plattform.

So startest du mit Cross-Selling und Upselling in Klaviyo

Eine wirksame Upselling- und Cross-Selling-Strategie braucht ein solides Fundament. Diese fünf Schritte helfen dir, strukturiert loszulegen:

  1. Segmente definieren: Schau dir an, welche Kundengruppen das größte Potenzial für personalisierte Empfehlungen haben und nutze die Kaufhistorie als Ausgangspunkt. Mit Kundensegmentierung in Klaviyo kannst du direkt loslegen und verhaltensbasierte Segmente einrichten.
  2. Produktkombinationen festlegen: Stelle logisch passende Produktkombinationen zusammen und stütze dich dabei auf echte Kauf- und Verhaltensdaten statt auf dein Bauchgefühl.
  3. Flows einrichten: Mit Klaviyo kannst du deine E-Mail-Flows automatisieren und sowohl Cross-Selling- als auch Upselling-Flows aufsetzen. Cross-Selling-Flows starten nach dem Kauf, am besten, nachdem eine Bestellung versandt wurde. Upselling funktioniert schon vorher: Du erreichst Kund*innen, während sie noch in der Kaufentscheidung sind, zum Beispiel über einen Browse-Abandonment- oder Cart-Abandonment-Flow mit passenden höherwertigen Produktempfehlungen.
  4. Kanäle verknüpfen. Nutze Omnichannel-Marketing und ergänze deinen Flow um SMS-Marketing-Automatisierung und/oder WhatsApp als zusätzliche Ebene mit Wenn-dann-Logik.
  5. Ergebnisse auswerten und optimieren. Plane alle 30 Tage einen festen Review-Termin für AOV und Flow-Umsatz ein.

Alle diese Schritte lassen sich in einer einzigen Plattform umsetzen. Die B2C-CRM-Plattform von Klaviyo verbindet Kundendaten, Automatisierung und Analyse, damit Cross-Selling und Upselling zu einem skalierbaren Teil deiner Wachstumsstrategie werden.

Mach Cross-Selling und Upselling zum automatisierten Umsatzkanal

Die meisten Marken empfehlen Produkte. Aber nur wenige empfehlen die richtigen Produkte zum richtigen Zeitpunkt auf dem richtigen Kanal. Genau dieser Unterschied entscheidet darüber, ob eine Empfehlung ignoriert wird oder überzeugt. Kaufhistorie, Surfverhalten und automatisierte Flows sind keine Nice-to-haves, sondern die Grundlage für wirklich effektives Cross-Selling und Upselling.

Du setzt dich mit deiner Strategie durch, wenn die Logik dahinter stimmig ist: Wer hat was gekauft? Was fehlt noch zum runden Gesamtpaket? Und wer ist gerade dabei, eine Kaufentscheidung zu treffen, bei der ein Upgrade echten Mehrwert bringen könnte? Marken wie PhiAcademy, Jean&Len und Oatsome zeigen, was möglich ist, wenn Empfehlungen auf echten Verhaltensdaten basieren und kanalübergreifend ausgespielt werden. Mit Klaviyo bekommst du verhaltensbasierte Segmentierung, überzeugende Flows und aussagekräftige Analytics aus einer Hand. Ganz ohne technische Abhängigkeiten und manuelle Mehrarbeit.

Cross-Selling mit Klaviyo testen

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Cross-Selling und Upselling?

Beim Cross-Selling empfiehlst du Kund*innen ein ergänzendes Produkt, das zum ursprünglichen Kauf passt. Beim Upselling schlägst du eine höherwertige Version desselben Produkts vor. Wer ein Smartphone kauft, bekommt beim Cross-Selling eine passende Hülle empfohlen, beim Upselling das Modell mit mehr Speicherplatz. Beide Taktiken zielen darauf ab, den durchschnittlichen Bestellwert (AOV) zu steigern, aber mit unterschiedlichem Ansatz. Eine detaillierte Gegenüberstellung findest du in der Vergleichstabelle weiter oben im Artikel.


Wie viele Produkte sollte ich beim Cross-Selling empfehlen?

Maximal zwei bis drei. Mehr Optionen können schnell erschlagend wirken und senken die Conversion-Rate eher. Wichtiger als die Anzahl ist die Relevanz: Eine einzige, wirklich passende Empfehlung übertrifft ein generisches Raster aus mehreren Produkten in der Regel.

Wie schreibt man Cross-Selling-E-Mails?

Eine effektive Cross-Selling-E-Mail besteht aus drei Kernelementen. Erstens eine Betreffzeile, die auf den ursprünglichen Kauf Bezug nimmt, damit die E-Mail sofort als relevant wahrgenommen wird. Zweitens ein dynamischer Produktblock, der auf eine passende Kategorie gefiltert ist, sodass jede*r Empfänger*in individuell passende Produkte sieht. Drittens ein einzelner, klar formulierter CTA ohne Ablenkung. All das kannst du ganz unkompliziert und automatisiert in Klaviyo einrichten.


Julia Ferch
Julia Ferch
Julia Ferch ist deutsche Texterin und Marketing-Übersetzerin aus Norddeutschland mit Hintergrund in der Marketing- und Medienwelt. Heute schreibt und übersetzt sie freiberuflich für B2B- und B2C-Marken aus Marketing, Software, Fitness und E-Commerce.

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